Visioni Di Un´Epoca - Visionen einer Epoche
Mailand [ENA] "Huene war ein Genie, der Meister von uns allen" So charakterisiert der fast ein Vierteljahrhundert jüngere Richard Avendon den großen Fotografen George Hoyningen-Huene (1900-1958), der unter dem Namen „Huene“ auf dem Höhepunkt des goldenen Zeitalters von Mode, Design und Kino in Paris arbeitete.
Paris in den 1920er Jahren: Metropole von Stil, Musik und Kultur. Heimstätte für Emigranten wie Hoyningen-Huene, der in St. Petersburg geboren wurde oder afroamerikanischen Jazz-Musikern, die hier unbehelligt auftreten und leben konnten, bis ihnen weiße amerikanische Touristen auch hier im damals liberalen Europa versuchten, das Leben schwer zu machen. Huene war von 1926 bis 1934 Cheffotograf im Pariser Studio der „Vogue“, wo er mit seinen Bildern den opulenten, raffinierten und eleganten Glamour für die Welt dokumentierte.
Sein Stil fand seine Basis in seinem reichen künstlerischen Hintergrund. Noch vor der Übersiedlung nach Paris studierte er im heimatlichen St.Petersburger Eremitage-Museum Darstellung der Renaissance oder des Rokokos und setzt seine Studien nach dem Wechsel nach Paris im Louvre fort, wo ihn antike griechische und römischen Meisterwerke prägten. Er lernte den kubistischen Maler André Lohte kennen, der sein Lehrer wurde. Bald entstanden Freundschaften zu Man Ray, Jean Cocteau und Christian Berard, deren Arbeiten ihn ebenfalls beeinflussten.
So wurden seine präzise ausgeleuchteten Studioaufnahmen Elemente der Moderne, des Neoklassizismus und des Surrealismus sowie Dokumente einer sich der Zeitlosigkeit verschreibenden Mode mit Schönheitsidealen jenseits aktueller Zeit oder wie ein Display in der Mailänder Ausstellung beschreibt: Die Fotografie von Hoyningen-Huene verwandelt Frauen in künstlerische Porträts und sublimiert Bilder von der visuellen Täuschung zur Realität moderner, dynamischer und eleganter Kleidung. Monochrome Aufnahmen fixierten das Leben dieser Epoche in den Seiten der französischen Ausgabe der „Vogue“ oder „Vanity Fair, später, nach seinem Umzug nach New York in „Harper´s Bazaar“.
Seine Bilder sind Ausdruck der Kunst der Zusammenarbeit. Ein Team von Assistenten transportierte die sperrige Studioausrüstung und positionierte heiße Kunstlichtlampen. Der Retusche seiner Bilder ist ein eigens Display gewidmet. Es blieb nicht bei seinem zauberhaften und feinfühligen Blick der damaligen exklusiven Couture. Unter anderem in fotografierte einige der grossen Hollywood-Stars seiner Zeit wie Marlene Dietrich, Rita Hayworth, Katharine Hepburn und Ava Gardner. Es blieb nicht bei seien Studioarbeiten: Fotobücher über seine Reisen nach Afrika, Ägypten, Syrien oder Mexiko noch während des Zweiten Weltkrieges zeigten seine Vielseitigkeit.
Seine Bilder waren und sind Ausdruck einer zeitlosen, eleganten Ästhetik. Das Palazzo Real bewies bis zum 18.Mari mit 100 seiner ikonischen Aufnahmen seine Bedeutung in der Geschichte der Fotografie. Ein Katalog der Ausstellung, die von der in London lebenden und mit den mit den Schwerpunkten Fotografie, Porträts und Mode befassten Autorin und Kuratorin Susanna Brown kuratiert wurde, ist in italienische Sprache erhältlich.




















































